"Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so." - Epiktet


Bei dieser Therapie treten verschiedene Nebenwirkungen auf, die sehr belastend sein können und einen an den Rande des Wahnsinns bringen. 

 

Hier sind ein paar Tipps- ich denke jeder macht da andere Erfahrungen. Ich schreibe hier nur von meinen Nebenwirkungen. Das alles ersetzt natürlich nicht den Besuch beim Arzt- jede Nebenwirkung sollte man dem Onkologen mitteilen!

Übelkeit:

Es gibt dagegen sehr viele Medikamente, die vor der Therapie gegeben werden.Ich hatte Emend und verschiedenes intravenös.Wenn es nicht hilft- immer dem Arzt sagen- es gibt andere.

Man wird außerdem immer etwas für zu Hause haben.Ich hatte MCP Tropfen und Tabletten . Trotzdem geht es nicht immer weg. Dann muss man tapfer sein und es durchstehen und immer daran denken- Es geht vorbei! Wichtig, damit es nicht so ausartet- An Therapietagen nichts fettiges und nicht so viel essen. Nur leichte Kost!

Gestörte Blutbildung:

Die Zytostatika schädigen das Knochenmark, wo unsere Blutzellen gebildet werden. Die Zahl der Leukozyten sinkt und das Infektionsrisiko steigt dadurch, weniger Erythrozyten führen zu Blutarmut und die Thrombozyten-Abnahme führt zu erhöhter Blutungsgefahr. Für die Stimulierung der Leukozyten gibt es Granulozyten-Spritzen wie Neupogen oder Neulasta. Blutplättchen und Erythrozyten bekommt man per Infusion bei Bedarf.

Haarausfall:

Die Haare fallen definitiv. Es sind aber nur die Haare- es tut nicht weh und man ist deswegen nicht hässlich! Wer nicht mit seiner Glatze klarkommt- es gibt wunderschöne Perücken bei speziellen Friseuren. Die Krankenkasse zahlt einen ganzen Teil davon. Ich habe nicht einmal etwas dazu bezahlt.

Mundschleimhautentzündung:

Es gibt sehr viele Produkte, die der Onkologe verschreiben kann.( z.B.,Ampho-Moronal Suspension, versch. Spülungen,Lokalanästhetika) Wenn diese Sachen dann nichts helfen: 3-6 Tropfen Teebaumöl (in 1Glas Wasser) und den Mund ein paar Mal am Tag damit spülen. Manchen helfen Salbeitee-Spülungen. Man kann aus Ananasssaft Eiswürfel machen- die sind erstens lecker und zweitens kühlen sie und lindern den Schmerz zusätzlich. Außerdem kann man nach Schmerzmittel fragen, wenn es mal ganz schlimm ist.

 

Mundhygiene: Das ist sehr wichtig in der gesamten Zeit der Therapie. Am besten eine ganz weiche Zahnbürste zulegen und mit einer Zahncreme putzen, die speziell für schmerzempfindliche Zähne ist. (Gibt es von Meridol) Ein Mundwasser ohne Alkohol benutzen. Den Mund öfter spülen, entweder mit Salbeitee oder auch Teebaumöl. 

Geschmacksveränderung:

Besonders an Therapietagen ist es eine Tortur mit dem Essen. Vielleicht Manchmal hat man gar keinen Hunger, aber es ist wichtig, dass man etwas isst. Der Körper schafft das nicht ohne Energiezufuhr. Also wenn es geht lecker bekochen lassen. Frisches Gemüse war bei mir immer der Reißer und Kartoffeln. Also auf jeden Fall etwas frisches und vitaminreiches. Noch wichtiger ist jedoch Trinken. Tees, Wasser, Schorlen. Sie helfen dem Körper das Gift schnell wieder auszuscheiden.Den ekligen andauernden Geschmack bekommt man fast nicht weg.Habe dann einfach ab und an nen Apfel gegessen oder solche Kaubonbon wie Maoam gefuttert:D Natürlich nicht, wenn ich die Entzündung im Mund hatte.

Stuhlgang:

Verschiedene Medikamente verursachen harten Stuhlgang. Unbedingt etwas vom Onkologen verschreiben lassen, sobald man das bemerkt. (Ich hatte Movicol) Eine Entzündung des Afters ist nicht lustig und Hämorriden auch nicht. Falls man Hämorriden bekommt- es gibt eine 1A Salbe, die man sogar auf Rezept bekommen kann- Doloposterine – sie betäubt gleichzeitig noch den Schmerz.

Knochenschmerzen:

Diese Schmerzen kommen von der Neulasta Spritze. Man bekommt sie, damit die weißen Blutkörperchen stimuliert werden. Das Knochenmark produziert darauf hin die Leukozyten und das verursacht diese Schmerzen. Manche haben das mehr, andere weniger. Schmerztabletten(z.B.Paracetamol) helfen dagegen sehr gut. Ich hatte auch von der ABVD Therapie starke Knochenschmerzen- da haben mir nur Tramadol-Tropfen geholfen.

Nasenbluten:

Dem Arzt Bescheid sagen- Es sind nur noch wenige Thrombozyten da. Man bekommt darauf hin ein Thrombozytenkonzentrat.

Bei Frauen-Blutungen:

Das ist normal, denn alle Schleimhäute sind angegriffen. 

Infektionsgefahr:

Das Immunsystem ist sehr geschwächt, also auf die Körperhygiene achten. Oft die Hände waschen-aber richtig! Handtücher ruhig öfter mal wechseln. Obst immer gut waschen.( wenn die Leukos unten sind vielleicht sogar auf rohes Obst verzichten) Nichts essen, was schon ne Weile rumliegt oder rumsteht. Man muss auch nicht unbedingt immer jeden umarmen, auch wenn es die beste Freundin ist. Man muss es ja nicht riskieren eine Erkältung zu bekommen.

Wenn die Leukozyten unter 1000 abfallen, bleibt auch einfach zu Hause und geht nicht da hin, wo viele Leute sind oder waren. Empfangt so wenig wie möglich Besuch und erkundigt euch nach dem Gesundheitszustand, wenn ihr dann jemanden reinlasst. Wenn ihr bemerkt, da ist etwas im Anmarsch, ruft auch den Arzt an! Wenn die Leukos so niedrig waren, habe ich vorsorglich ein Antibiotikum bekommen.

Schwäche:

Der Hämoglobinwert ist jetzt sehr schlecht. Jede Bewegung bedeutet eine große Anstrengung. Man bekommt dann meistens 2 Erythrozytenkonzentrate. Dann geht es sofort besser. Bis dahin- einfach hinlegen und langsam tun.

Fieber:

Sofort den Arzt anrufen!

Nachtschweiß:

Ist nichts schlimmes. Aber immer gleich die nassen Sachen ausziehen und trockene an.  In meinen besten Nächten waren es 6 Schlafanzüge. Teilweise kommt es von der Therapie selber, aber es kann auch wegen der „künstlichen Wechseljahre“ durch die Zoladex-Spritze kommen.

Hunger:

Dieser große Appetit kommt vom Kortison ( Prednisolon)  Gebt euch dem einfach hin. Man kann dann ruhig mal schlemmen! Natürlich, wer keine Lust auf 10 Kilo mehr hat, guckt natürlich, dass er statt zum 10. Eis vielleicht dann zum Wasser greift ;) Aber lieber etwas anfuttern, denn vielleicht kommt es ja mal hart auf hart und man wird krank und kann nicht so essen.Dann braucht man Reserven!

Unfruchtbarkeit:

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, den man ausführlich bedenken sollte. Es KANN passieren, muss aber nicht in jedem Fall sein. Männer sind leider häufiger davon betroffen- die meisten lassen Samenzellen einfrieren. Bei Frauen gibt es ganz viele verschiedene Möglichkeiten, die sie mit einer Gynäkologin besprechen sollten.

Viele dieser Dinge sind noch sehr experimentell. Ich habe mich für die Zoladex Spritze entschieden- ich bekomme sie jeden Monat – der Wirkstoff soll die Eierstöcke „lahmlegen“. Außerdem nehme ich die Pille durchgängig zum zusätzlichen Schutz- Das ist aber nicht erwiesen, dass das funktioniert.

Druckempfinden in den befallenen Lymphknotenarealen:

Am Anfang der Therapie hatte ich das sehr stark-mein Onkologe meinte, dass man sich das wie eine Art Rebellion vorstellen kann- Die Zytostatika(Chemo) trifft auf den Krebs und es gibt Krieg;) Aber ich hatte das auch noch, als der Krebs an sich schon ziemlich vertrieben war viele haben das auch lange nach der Therapie noch. Es soll wohl so sein, dass das Narbengewebe ist, was arbeitet. Der Körper braucht wohl viele Jahre, um dieses abzubauen.

Nervenschmerzen:

So nenne ich sie einfach mal. Es fühlt sich schrecklich an- der gesamte Körper ist total unruhig. Ich bekam Tavor- ein Beruhigungsmittel. Ein heißes Bad war auch super für den Moment.

Hautveränderung:

Ich habe sehr weiche Haut bekommen- wie Babyhaut. Man sollte auf ausreichend Feuchtigkeit achten- eincremen! Besondere Vorsicht in der Sonne- immer hohen Lichtschutzfaktor benutzen und am besten die direkte Sonne vermeiden. Fingernägel kurz halten- ich habe mich mal aus Versehen gekratzt – jetzt sieht das sehr hässlich aus- wie eingebrannt. Die Haut ist durch die Chemo sehr dünn. Auch ein Jahr danach sollte man die Sonne meiden.

Sodbrennen:

Ich hatte nur einmal Sodbrennen, als ich noch keine Pantoprazol Tabletten hatte. Dagegen hat Riopan-Gel sehr gut geholfen.

 

 

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