"Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so." - Epiktet


 17./18.1. Morgen ist es soweit- ich bekomme die Chemo. Endlich.. die Nächte waren mit sehr großen Schmerzen und sehr viel Nachtschweiß verbunden..am Tag ging es mit ganz gut , aber sehr erschöpft und oft schwindelig.

19.1.Beginn 1. Zyklus BEACOPP:

Erste Chemotherapie: Ich bekam verschiedene Infusionen. Eine gegen Übelkeit, eine Cortison, Wasser, und noch zwei dessen Namen ich nicht mehr weiß und eine rote Spritze. Dauer insgesamt 5 Stunden heute. Während der Therapie ging es mir gut, ein bisschen schwindelig, jetzt danach auch.

19.1. Nacht: Nachdem ich mich um ca. 23.00 Uhr schlafen gelegt hatte und es mir außer etwas krank fühlen, noch ganz gut ging , sollte diese Nacht endlos werden. Um 1 Uhr bin ich plötzlich aufgewacht und fühlte mich…als wäre ich kein Mensch mehr. Ich spürte, wie diese zig Beutel Chemie auf meinen Körper wirkten und ich meinte es in jeder einzelnen Zelle spüren zu können. Es begannen Stunden des Heulens-wohl eine Nebenwirkung der Medikamente…anhaltendes Sodbrennen…Schmerzen in den Beinen .. Kopfschmerzen. Ich war nicht in der Lage etwas zu trinken, und wenn ich mich dann doch dazu gezwungen habe, musste und musste ich einfach nicht aufs Klo. An Schlafen war jedenfalls nicht zu denken-um 5 Uhr  morgens weckte ich meine Mam wegen eines Fieberthermometers und dann schlief sie auch nicht mehr… wir riefen diese Notfallnummer an und eine Frau meldete sich und meinte, dass ich dann früher kommen soll und wir dann mal schauen. Denn ich hatte ja an diesem Tag noch einmal eine Therapie und ich hatte solche Angst davor, weil ich –so schwach wie ich war-gar nicht wusste, wie ich diese überstehen sollte.

20.1. Die Ärztin war sehr lieb und kümmerte sich sehr gut um mich, befreite mich von dem Sodbrennen, was mich nunmehr als 8 Stunden quälte und setzte mich an die nächste Chemo, die aber nicht mehr so schlimm sein sollte. Das hat auch gestimmt…3 wunderbare Frauen saßen mit mir in diesem Raum, die seit teilweise 15 Jahren mit Krebs und verschiedenen Arten und Stadien kämpfen und kein bisschen müde davon sind.. so voller Power und Lebensfreude- dass sie mir noch etwas unwissentlich davon mitgegeben hatten. Mir ging es ganz gut danach aber ohne den Schlaf der Nacht zuvor natürlich immer noch kein Mensch. Ich bin um halb sieben abends eingeschlafen.. und verdammte Scheiße-alle zwei Stunden aufs Klo gerannt –ich hätte die Uhr danach stellen können-ich habe das gehasst und geliebt, denn müde-sein und pinkeln müssen ist nervig- aber endlich dieses ganze Gift aus meinem Körper zu spülen tat einfach gut. Nach jedem Gang auf die Toilette, musste ich mir etwas Neues anziehen-denn ich habe jedesmal geschwitzt wie nach einem Marathon.

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