"Nicht die Dinge sind positiv oder negativ, sondern unsere Einstellung macht sie so." - Epiktet


Diagnose am 31.12.2009

  •  Morbus Hodgkin
  •  Nodulär-sklerosierende Form
  •  Stadium 3A ( Risikofaktoren : hohe Blutsenkungsgeschwindigkeit, mehr als 3  befallene Areale)
  •  Keine Studienteilnahme
  •  Therapiebeginn 19.1.2010
  •  4x BEACOPP eskaliert, 2 Zyklen ABVD (nur die 1. Gabe mit Bleomycin)

Ablauf BEACOPP esk.

Tag 1: Morgens habe ich als Erstes eine  Pantoprazol eingeworfen( vorbeugend gegen Sodbrennen) Danach gleich meine Pille. Dann habe ich gefrühstückt- nur 1-2 Toast. Dazu Tee oder Saft-kein Kaffee! Danach habe ich 3 Kapseln Natulan( Wirkstoff Procarbazin) und 3 Tabletten Predniso(lo)n genommen und danach ungefähr eine Stunde vor meinem Therapietermin die Emend-Kapsel gegen Übelkeit. 

  1. Wasser
  2. Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit) (Spritze)
  3. Kortison
  4. Etoposid
  5. Cyclophosphamid
  6. Wasser
  7. Doxurubicin (=Adriamycin) ( Spritze rot)

(Es wird am Anfang noch ein Blasenschutz gespritzt und  man erhält Blasenschutz-Tabletten für später)

Tag 2: Dieselbe Medikation wie Tag 1 morgens. Bei der Therapie läuft dann nur Etoposid durch.

Tag 3: Dieselbe Medikation wie Tag 1 und 2 morgens. Bei der Therapie wieder nur Etoposid.

Tag 4-7: Morgens nur noch  Pantoprazol, Pille, Natulan und Prednisolon.

Tag 8: Morgens nur noch Pantoprazol und Pille. An diesem Tag wieder nur leichte Kost! Bleomycin und Vinchristin( Oncovin) sind beides Spritzen und werden bei der Therapie zusammen mit einem Wasser verabreicht

Ab Tag 9 hat man dann seine „Ruhe“. Tag 22 geht es weiter mit dem nächsten Zyklus.

 Zyklus 1 : (19.1.2010)

Ich habe am 19. Januar meine erste Chemotherapie bekommen. Der erste Tag war der längste mit 7 Stunden. Während der Infusionen ging es mir sehr gut. Keine Übelkeit-ich wurde nur etwas müde- Ich war sehr gut gelaunt, weil es Mr. Hodgkin nun endlich an den Kragen ging! Zu Hause fühlte ich mich auch erst noch ganz gut. Ein paar Stunden später als ich bereits etwas geschlafen hatte ging es dann los- Die ganze Chemie wirkte nun erst richtig und ich habe nicht mehr schlafen können.

Ich habe nur noch geheult, hatte Kopf- und Gliederschmerzen und extremes Sodbrennen, denn ich hatte da noch keine Pantoprazol. Außerdem war ich sehr wenig auf der Toilette zum Wasserlassen, obwohl ich sehr viel getrunken hatte. Es war alles sehr hart erstmal. Ich bin dann morgens gleich mit meiner Mam in die Klinik und bekam Riopan (auf Rezept) gegen das Sodbrennen und musste dann aber gleich meine nächste Infusion bekommen. Ich beruhigte mich dann und es wurde etwas besser alles. Vom Etoposid wurde ich immer nur etwas müde. Die Nacht darauf konnte ich sehr gut schlafen, musste aber sehr oft aufs Klo und das war auch gut so, denn es ging mir danach immer viel besser. Das Gift verabschiedete sich. Außerdem schwitzte ich extrem und musste mich in dieser Nacht sehr oft umziehen.

Am dritten Tag ging es mir dann um einiges besser und ich überstand auch den Therapietag gut- ich war nur müde. Am 4. Tag war auch alles okay, nur dass meine Lymphknoten wieder wehtaten und ich war emotional irgendwie aufgelöst. Das kann von dem Kortison gewesen sein. Mein Körper kannte das ja noch nicht und musste sich erst daran gewöhnen. Außerdem bekam ich eine Neulasta-Spritze für die Stimulierung der Leukozyten. Ab Tag 5 war alles erstmal super. Tag 8 gab es die beiden Giftspritzen. Die Leukozyten waren schon unten. Die Spritzen habe ich gut vertragen.

Ab Tag 9 habe ich vorsorglich ein Antibiotikum eingenommen. Am 10. Tag ging es mir an sich gut, aber nach dem Duschen hat´s mich umgehauen. An Tag 11 bekam ich eine Mundschleimhautentzündung, die sehr schmerzhaft war. Habe den Schmerz dann mit Teebaumöl in den Griff bekommen und die Entzündung auch. An Tag 12 hat der Haarausfall begonnen. Tag 13 habe ich die Haare abrasieren lassen. Es ging mir blendend- auch das Blut hat sich wieder etwas erholt. An Tag 14 hatte ich Bauschschmerzen- war aber nichts schlimmes- ansonsten alles super. An Tag 15 bekam ich die Zoladex-Spritze für den Schutz der Eierstöcke. Also man kann sagen, dass es mir von Tag 12-21 durchgängig richtig gut ging! Der erste Zyklus war geschafft!

Zyklus 2: (9.2.2010)

Tag 1 und Tag 2 waren sehr anstrengend. Ich hatte sehr mit Übelkeit zu tun am ersten Tag nach der Therapie. Am zweiten Tag hatte ich morgens mit Übelkeit, Starkem Schwindel, Schwäche und vielen Tränen zu kämpfen. Tag 4-8 war alles dann super. Tag 8 war dann nicht mehr so gut nach den beiden Spritzen. Ich vermute, dass sie zu schnell verabreicht wurden.

Außerdem hatte ich sehr fettig und sehr viel danach gegesssen- ein großer Fehler. Ich bekam darauf Fieberschübe und habe mich sehr doll übergeben. Ich musste darauf in die Notaufnahme mit Mundschutz versteht sich, denn meine Leukos waren bei 0,1. Tag 9 und 10 war ich total fertig und müde-mein Hämoglobin war sehr niedrig.

An Tag 11 bekam ich dann zum ersten Mal Blut. Das war ziemlich unangenehm und ich habe mir deswegen einen ganz schönen Stress gemacht, dabei ging es mir danach sofort besser. Ich habe in diesem Zyklus sehr viel geschwitzt nachts. Meine Thrombozyten sind gefallen-somit bekam ich ein Thrombozytenkonzentrat. Am Ende des Zyklus bekam ich ein CT. Das sollte dazu dienen, das Stadium festzustellen. Es stellte sich raus, dass ich Stadium 3 habe, denn die Lymphknoten, die vorher im Abdomen gesehen wurden( mehrere 1 cm große LK) waren nun um die Hälfte geschrumpft. Allgemein gab dieses CT ein sehr gutes Ergebnis- denn überall sind die Knoten um die Hälfte kleiner geworden. 

Zyklus 3: (2.3.2010)

Dieses Mal hatte ich zwar wieder nach der Therapie die Übelkeit mit Übergeben und auch der Heulerei, Sabbern, Schwindel usw. aber ich hatte das Gift relativ schnell aus meinem Körper, denn ich konnte dieses Mal bereits in der Nacht oft wasserlassen. An Tag 2 war ich also bereits morgens richtig fit. Tag 3-8 auch alles paletti. Vinchristin und Bleomycin habe ich dieses Mal gut vertragen. Tag 9 und 10 war ich wieder aus der Puste- ich konnte nicht einmal mehr stehen- also wieder Bluttransfusion und auch ein Thrombozytenkonzentrat.

Aber alles in allem war es ein guter Zyklus. Eine Mundschleimhautentzündung habe ich jedes Mal-bekomme sie aber schnell in den Griff. Ich bekam dieses Mal Hämorriden- das war sehr schmerzhaft. Ich bekam daraufhin Movicol(Granulat zum trinken) und Doloposterine (Hämorridensalbe mit Schmerzmittel) verschrieben.

Zyklus 4: (23.3.2010)

Tag 1 wie immer. Bis Tag 8 alles okay. Spritzen gut vertragen aber sehr müde gewesen danach. Bluttransfusion und Thrombo-Gabe musste wieder sein. Augenbrauen und Wimpern sind fast weg. Mundschleimhautentzündung kam wie immer- mit Ausweitung auf die Lippe. Kamistad-Gel hat geholfen. Nachtschweiß und Druckgefühl axilar. Am 8.4. hatte ich einen PET Scan, wegen dem ich stationär ins KKH musste für 2 Tage, weil es sonst nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Ein CT gab es auch.

Das 3. Innerhalb von 3 Monaten. PET : Man bekommt eine Spritze mit radioaktivem Zucker gespritzt- Muss sich danach ruhig hinlegen ca. eine Stunde, bis dieser sich im Körper angereichert hat-(Krebsgewebe hat einen hohen Energiebedarf-Zucker wird schneller aufgenommen als von gesundem Gewebe)Dann kommt noch eine Spritze, die das Wasserlassen fördert- vor der Untersuchung nochmal aufs Klo-Dann legt man sich auf die Liege und alles wird eingestellt.

Dann heißt es still liegen bleiben-1,5 Stunden NICHT bewegen- Hölle. Das ist so anstrengend. Ergebnis: PET zeigt keine Stoffwechselaktivität in dem Gewebe- nichts leuchtet. Das heißt PET negativ. Ein sehr gutes Ergebnis. Deswegen soll jetzt das Schema gewechselt werden, weil BEACOPP eine zu große Belastung für mein Knochenmark ist und das ja bei dem Ergebnis nicht sein muss. Speziell die Thrombozyten gehen extrem in den Keller  jedes Mal, die Leukos sowieso und ich brauche jedes Mal EK`s. Mit ABVD soll es weitergehen. 

Ablauf ABVD

Tag 1: Erste Gabe:

Morgens gleich Pantoprazol und Pille- danach leichtes Frühstück- Eine Stunde vor Therapiebeginn Emend. 

  1. Wasser
  2. Anti-Emetika
  3. Kortison
  4. Dacarbacin
  5. Wasser
  6. Bleomycin
  7. Vinblastin

Tag 2 und Tag 3: Pantoprazol, Pille, Dexamethason, Emend

Tag 15: Zweite Gabe:  Läuft genau gleich wie bei der ersten Gabe

Zyklus 1 ABVD –erste Gabe: (13.4.2010)

Die Infusionen dauern nicht lange. Das Ganze ist in 2 Stunden erledigt gewesen. Es ging mir währenddessen und auch danach sehr gut. Ein bisschen flau und ein bisschen müde. Das war alles. Der Hammer kam am 4. Tag. Mundschleimhautentzündung / Zungenentzündung extrem. Der Schmerz war unerträglich und ich musste ins Krankenhaus deswegen.

Dort wurde ich vollgepumpt mit Schmerzmitteln. Dabei wurde meine Verdauung vergessen und ich bekam Einläufe, Zäpfchen etc. Das war schlimm. Zudem hatte ich starke Knochenschmerzen- Ich dachte erst die sind von der Neulasta- waren aber von der Chemotherapie. Darauf folgten Nervenschmerzen und innere Unruhe. Ich bekam dann Beruhigungstropfen namens Tavor, damit ich endlich mal schlafen konnte. Alles war sehr extrem. Eine Bluttransfusion folgte. Ich hatte hier nur sehr wenige Erholungstage. 4 an der Zahl. 

Zyklus 1 AVD-zweite Gabe: (27.4.2010) –Ohne Bleomycin

Alles war wieder super bis zum 4. Tag. Erneute Entzündung der Zunge- sehr stark aber dieses Mal komischerweise ohne die Schmerzen in dem Sinne. Dafür unglaublich starke Knochenschmerzen. Neulasta wurde extra weggelassen. Tramadol-Tropfen haben dann geholfen- musste aber sehr viele nehmen. Nachts habe ich extrem geschwitzt- vorher die Wochen auch schon. Außerdem ziemlich oft axilares Druckempfinden. Leukozyten sind bis auf 0,7 runtergegangen- daraufhin habe ich 3 mal Neupogen gespritzt.

Zyklus 2 AVD-erste Gabe: (14.5.2010)

Dieses Mal verlief ohne weitere Zwischenfälle. Mundschleimhaut entzündet aber sehr im Rahmen. Ansonsten starker Nachtschweiß wieder und emotionales Tief. Leukozyten einigermaßen- 2 mal G-CSF (Neupogen) gespritzt.

Zyklus 2 AVD-zweite Gabe:( 1.06.2010)

Dieser letzte Zyklus konnte nicht termingerecht gestartet werden, denn meine Leukos waren bei 0,9 trotz 2x Neupogen. Es folgten weitere 3 dieser Spritzen und dann konnte man loslegen 4 Tage später. Alle Nebenwirkungen wie gehabt! Therapie zu Ende!! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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